Grüner Markt – 96047 Bamberg – Inselstadt – Welterbe
Neptunbrunnen Gabelmann
Brunnen
An dieser für das Marktgeschehen sehr wichtigen Stelle zwischen Keßlerstraße und Grünem Markt gab es bereits 1337 einen Brunnen. 1566 wurde ein neuer Brunnen errichtet, der aufgrund einer testamentarischen Verfügung des in Nürnberg verstorbenen Bamberger Ratsherrn Ludwig Krug mit 800 Gulden finanziert werden konnte. Der Legende nach hatte sich die Stadt Nürnberg geweigert, das Geld auszuzahlen, woraufhin es in einer Salzscheibe versteckt und nach Bamberg gebracht wurde. Zur Ausführung kam eine Brunnenfigur des hl. Georg, dem Ritter des Stadtwappens. Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn ließ in den Jahren 1697/98 erneut eine Brunnenanlage errichten, diesmal mit einer Neptunsfigur. Gespeist wird der Brunnen über eine ca. 1,5 km lange Wasserleitung mit einer Quelle am südlich der Stadt gelegenen Friedrichsbrunnen. Für diese Leitung zeichnete der Stadtbaumeister Johann Christoph Bissing verantwortlich.
Im Bamberger Volksmund nennt man die Neptunfigur wegen des Dreizacks „Gobelmo“, fränkisch für „Gabelmann“. Der Brunnen ist heute ein beliebter Treffpunkt in der Fußgängerzone. Der Mundartdichter Hans Morper (1907 – 1981), genannt der Haanzlesgörch, hat ihm ein eigenes Gedicht gewidmet.
Hei, do steht der Gobl-Mo!
Außn is a Gitter dro.
Inna drinna, aus vier Röhrn.
tonn sie a weng Wasser möhrn;
wenns glitzert in der Sunna,
dann merkst, des is a Brunna!
Zitiert aus: "Heimat im Spiegel", Bamberg, 1994
Die Krone aus Schild unf die Delphine, die Neptun umspielen, unterstreichen seine Rolle als Gott des Meeres. Dass die Abbildung von Delphinen in dieser Zeit dem wahren Aussehen dieser Tiere selten gleichen, unterstreicht, wie exotisch und unbekannt diese Meerestiere hierzulande damals waren.
