Nach einem Großbrand 1787 in der Unteren Sandstraße war es nötig geworden, die enge Lochaugasse, die vom Sandgebiet zum Domplatz verlief, aus Brandschutzgründen für die Residenz zu verbreitern. Um diese neue Trasse harmonisch anzugliedern, wurden 1792 nach Plänen von Johann Georg Roppelt und Lorenz Fink die heutige Residenzstraße sowie die den Höhenunterschied Richtung Sandstraße abfangende Mauer errichtet. Am Domplatz stattete Lorenz Fink diese Mauer mit Zierfunktion aus. Hierzu ließ er ein Brunnenbecken, das erst ca. 1775 an der Südmauer der Residenz nach einem Entwurf von Franz Ignaz Neumann angebracht worden war, vor die neue Mauer platzieren, gekrönt von einer Allegorie der Fortitudo, die für "Stärke" steht (Bildhauer: Georg Joseph Mutschele). Seitlich zugeordnet wechseln sich Vasen von Mutschele mit Zwei-Kinder-Gruppen von Michael Trautmann ab, die die vier Jahreszeiten darstellen. Nach Trautmann wird dieser östliche Abschnitt auch als "Trautmannsmauer" bezeichnet.
In Bamberg geht die Sage, dass das Schwert (Pyramide) der Fortitudo erklänge, sobald dem Bamberger Land ein Krieg drohe. Es erklänge so laut, dass es bis in die fränkische Ebene schalle. Quelle: Andreas Haupt, Die schönsten Bamberger Sagen und Legenden, Bamberg 1877.